Nicht das ihr denkt, wir haben unsere Krise vergessen, die seit einigen Tagen in einem britischen Gefängnis sitzt. Wir haben jeden Tag wohlwollend an sie gedacht und waren zufrieden, das sie da erst mal eine Zeitlang keinen Unsinn mehr anstellen kann. Aber keine Angst, wir haben schon längst unseren Einfluss ausfließen lassen, keine Kosten und Mühen gescheut und haben ihr ein Päckchen geschickt, mit ein paar warmen Socken und ´n frischen Schlüpper. In ein paar Wochen wird die liebe Kris sicher auch wieder an ihrem Schreibtisch zu Hause sein. Bis dahin…, auf Umwegen…
Die Krise News (21)
Was zeichnet eine wahre Krise aus? Sie ist hartnäckig und meist schwer zu überwinden – Deswegen haben meine Kerkermeister auch wenig Erfolg mit ihren Foltermethoden. Sie erinnern sich? Nur, weil Bobby, mein Aufpasser, nen Hörfehler hat, sitze ich hier ein als Britanniens Staatsfeind Nr. 1, während Bobby demnächst zum Ritter geschlagen wird. Wäre schön, wenn Lisbeth diesmal altersbedingt danebenzittert.
Wohl, weil ich nicht gestehe, was es nicht zu gestehen gibt, versuchen sie es mit den skurrilsten Mitteln, passend für ein Land der Monty Pythons und Beans.
Eine Zeit lang war ich mir sogar sicher, dass sie mir Halluzinogene verabreichen: Wähnte ich mich doch in die 70er zurückver- und permanent Ilja Richters Discobegrüßungsspruch ausgesetzt: Licht aus – Spot an. Es war aber nur ein Mitschnitt im Hier und Heute, den meine Bewacherin vor der Türe mangels Beschäftigung in Endlosschleifen abspulte. Ilja schlägt nämlich derzeit zurück in Hose und Rüschenhemd der 70er Jahre: “40 Jahre Disco“ ist der Anlass zu seiner Tournee, Gäste wie Harpo, Chris Andrews und Sally Carr geben ihre Hits zum Besten und manch dünnhäutig-pessimistischer Veranstalter befürchtet bereits, dass das Revival zur Wiederbelebungsorgie ausufern könnte.
Weitere Instrumente zum Zeit totschlagen sind Klatsch und Tratsch, den die Meisterin meines Kerkers mit Kolleginnen austauscht. So erfahre ich, dass man da „draußen“ durchaus auch gefangen sein kann: Z.B. im Körper eines unschuldigen Promizwillings, der mit Moroccan bzw. Monroe gerufen wird, nur, damit die von Mittelmäßigkeit bedrohte Mutter Mariah Carey wieder in die Schlagzeilen kommt. Da hab ich´s ja direkt gemütlich, sogar amüsant, verschärften Lisbeths Schergen meine Haftbedingungen doch, indem sie die britische Gefängniskost durch Wasser und Brot ersetzten. Soll mir recht sein, solange das Wasser nicht aus der Umgebung von Sellafield stammt. Die haben bis heute nicht begriffen, dass der Verzehr von englischen Speisen schlimmer als als waterboarding sein kann.
Wenn ich den Intellekt meiner Kettenschließerin richtig einschätze, werden auch diese Zeilen alsbald im Blog erscheinen: Ich erzählte Ihr, dass der Chef immer noch verbissen auf der Suche nach seinem Niveau ist, gab ihr einen „aus dem Gedächtnis“ gezeichneten Lageplan der nicht vorhandenen Fundstelle sowie diese Notizen in die Hand und versprach lots of sterlings, wenn sie ihm beides überreiche..
Ob´s geklappt hat, werdet Ihr vermutlich lange vor mir wissen…
…aber auch diese Informationskrise werde ich überstehen: Well, Mann, irgendwann werden sie mich doch rausholen?








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Wir werden eine dringende Petition, die Krises Freilassung fordert, an die Liga für Menschenrechte und an die UNO schicken. Allein die Androhung von “British Food”, verstößt gegen die Genfer Konventionen! Freiheit für Krise!
Hardcore-Diät für die Bikinifigur! Die Kur wird Kris wohl selbst zahlen müssen. Das wird nicht billig!